Oktober 06, 2014

Chicken Tikka Masala
Curry mit mariniertem Hähnchen und Joghurt
Und wie ich das schärfste Curry der Welt gegessen habe




Heute gibt es etwas richtig Scharfes hier. Ein Curry. Aber keine Angst, es ist nicht so scharf, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Und glaubt mir, davon kann ich ein Liedchen singen! Dieses Curry ist zwar schön scharf durch die Tikka Masala Würze, gleichzeitig aber auch ganz mild. Wie das geht? Ganz einfach! Das große Geheimnis ist, das Hähnchen in der Würzpaste und in Joghurt zu marinieren, dadurch wird es unbeschreiblich zart und unglaublich lecker. 

Und jetzt fragt Ihr Euch bestimmt, warum ich ein Lied davon singen kann, wie scharf ein Curry ist? Also, das ist so: Immer, wenn ich im Südwesten Englands unterwegs bin (was nach meinem Geschmack noch viel öfter der Fall sein könnte), dann muß ich jedes Mal zu meinem Lieblingsinder in Tavistock gehen. Tavistock ist ein wunderschönes kleines Städtchen am Rande des Dartmoors und immer eine Reise wert. Das Restaurant heißt "The Ganges" und ist der allerleckerste Inder, den ich je gefunden habe. Und glaubt mir, in England gibt es viele Inder ... .







Im "Ganges" gibt es jedenfalls lauter indische Leckereien, angefangen von köstlichen Samosas als Vorspeise, wunderbarem Naan-Brot bis hin zu einer fantastischen Auswahl der unterschiedlichsten Currys. Die Currys sind dabei in der Speisekarte immer mit Kommentaren zur Schärfe versehen. Mild, Medium, Hot, Very Hot und Very Very Hot. Und ich dachte immer, "Hot" mache mir nichts aus, mußte ich als kleines Mädchen schließlich schon immer reichlich Sambal Oelek essen, wenn meine große Schwester für uns gekocht hatte ;)

Und so bestellte ich mir eines schönen Tages ein Curry, das schriftlich als "very very hot" ausgewiesen war. Der Kellner beäugte mich skeptisch und fragte dreimal nach, ob das mein Ernst sei. Anschliessend kam noch der Oberkellner und fragte nochmal. Nur der Koch kam nicht. Der machte das Curry scharf. Very, very scharf.

Das Gute an dem Curry war, es schmeckte wirklich ausgezeichnet. Und zwar so ausgezeichnet, dass ich es trotz der geradezu wirklich höllischen Schärfe fast ganz aufgegessen habe. Denn das Faszinierende war, obwohl mir die Schärfe praktisch meine komplette Mundschleimhaut und sämtliche Eingeweide wegbrannte - es war einfach ein Gedicht. Eine wunderbare Komposition von tausenderlei Gewürzen. Ich löschte mit Wasser, ich löschte mit Naan-Brot, ich löschte mit Reis. Und aß immer weiter. Mit tränenden Augen und triefender Nase (ja, meine Nase fängt immer an zu laufen, wenn ich etwas richtig Scharfes esse). Aber ich konnte nicht aufhören, es war einfach zu gut. Später in der Nacht hat dann leider mein Magen völlig rebelliert, ich möchte Euch jetzt nicht mit Details den Appetit verderben, nur so viel: es hat sich gelohnt. Also das Curry zu essen meine ich ;)


Bei unserem Curry hier heute müsst Ihr Euch aber keine Sorgen machen, das ist einfach nur sehr lecker und dabei völlig harmlos.

Und so geht's

für ca. 4 Personen

800 g Hähnchenbrust, in Würfel geschnitten
500 g Elinas Joghurt nach griechischer Art, Sorte Natur
5 TL Tandoori Masala Paste (Sabita von Rila geht gut)
2 EL Öl zum Braten
250 ml Hühnerbrühe
2 grüne Paprikaschoten
2 rote Paprikaschoten
2 rote Zwiebeln
2 EL Zitronensaft
Blätter von 3-4 Stängeln Koriander
Salz

Hähnchenfleisch, Tandoori Paste und den Elinas Naturjoghurt (bis auf ca.4-5 EL) gut vermischen und für 4 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen. In einer großen schweren Pfanne das Öl erhitzen und das Fleisch anbraten. den Rest der Marinade nach und nach dazugeben. Die Paprika und Zwiebeln putzen und grob würfeln, auch in die Pfanne geben. Mit der Brühe aufgiessen. Ca. 20 Minuten köcheln lassen. Koriander kleinhacken und dazugeben. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Zum Servieren mit einem Klacks Elinas Joghurt nach griechischer Art garnieren.

Dazu schmeckt Reis oder einfach Brot, am besten natürlich indisches Naan.


Unseren Mädchen hat das so gut geschmeckt, die möchten das jetzt am liebsten jeden Tag essen. Ist also absolut kindertauglich. Und man braucht keinen Feuerlöscher ;) Wem es dann doch zu scharf wird, der mischt einfach noch ein bißchen Joghurt darunter. Und nehmt unbedingt Joghurt nach griechischer Art dafür, denn fettarmer Joghurt verbindet sich nicht so gut mit der Sauce und gibt vor allem nicht diese samtige Konsistenz. Probiert es unbedingt einmal aus!

Ich wünsche Euch eine wunderschöne und sonnige Woche!


Liebe Grüße,

Eure Isabelle

Kommentare:

  1. Hallo Isabelle,
    Oh, wie köstlich!
    Ist ausgedruckt und im Rezeptordner obenauf!!!!
    LG,
    Moni

    AntwortenLöschen
  2. Hach, ich liebe Currys und scharfes Essen! Ich habe neun Monate in Thailand gelebt, und dort MUSS man ja lernen, scharf zu essen. Außerdem wir asiatisches Essen einfach nie langweilig, auch in so vielen Monaten nicht. Mhmmmm! Sollte ich zufällig mal in der Gegend sein, werde ich gern bei dem Inder vorbeischauen! ;) Lg Carina
    http://raspberrysue.wordpress.com

    AntwortenLöschen
  3. So eine ähnliche Geschichte hab ich tatsächlich mal bei einem großartigen Inder in London erlebt :D
    Dein Curry sieht hervorragend aus, das kommt auf die Liste fürs Wochenende!

    Liebste Grüße
    Janna

    AntwortenLöschen
  4. Ich liebe ebenfalls indische Currys und habe genau wie Du, das beste Curry in England (London) gegessen. Leider gibt es den Inder inzwischen mehr. Auch in Neuseeland und Australien habe ich hervorragende Erfahrungen gemacht, hier in Deutschland gehe ich eigentlich gar nicht mehr weg. Denn anders als in England gibt es hier nur very, very, very mild. Mir ist es wirklich mal passiert, dass ich um Schärfe gebeten habe und es versalzen kam! Yeah!

    Dein Curry werde ich auf jeden Fall auch mal ausprobieren! Lecker sieht es aus.

    AntwortenLöschen
  5. Curry esse ich auch so gerne! Und ich neige schon bei wenig scharfem Essen zur Triefnase.

    AntwortenLöschen